10.10.2018

Seit einer Woche genießen wir die Gastfreundschaft der Ungarn! 

 

Aber ein kurzer Rückblick...!

 

In Tschechien übernachteten wir teuer auf einem fast leeren Campingplatz mit dem Charme vergangener Zeiten. 

So recht konnten wir uns mit diesem Land nicht anfreunden. 

Unschöne Industrieanlagen und überfüllte Straßen mit total bescheuerten LKW - Fahrern. Diese hängen einen Meter hinter dem Nilsson und fahren mit über 90km/h auf schlechten und kurvigen Sträßchen.

Wir haben noch nie so viele geschmückte Kreuze, Grabsteine und Kränze am Straßenrand gesehen. In einigen Gebieten etwa ein Kreuz pro Kilometer...!

 

Im Gegensatz dazu entpuppte sich die Slowakei als ein wahres Schätzchen. In etwa eine Kombination aus Harz und Schwarzwald mit gepflegten und geschmückten Häuschen.

An einem kleinen Wildbach fanden wir einen Übernachtungsplatz, ein Restaurant mit gehobenen Ambiente zufällig nebenan.

Die Preise für das hervorragende Menü lagen etwa 40% unter dem deutschen Niveau!

 

Die Temperaturen lagen nachts inzwischen unter dem Gefrierpunkt, am Morgen waren die Dachluken vereist!

 

Tja, vor einer Woche überschritten wir dann die ungarische Grenze! Nix mit Piroschka, Ziehbrunnen und Pferdeherden!

 

Erst viele Kilometer später verließen wir das hügelige Ungarn und erblickten die riesige Ebene, die sich bis zum Horizont erstreckte.  

Glücklicherweise stiegen die Temperaturen auf angenehme Werte!

Eine Übernachtung neben der Straße bescherte uns am Abend und in der Nacht das Röhren von Hirschen. Wirklich beeindruckend!

Mit einem Kampfhubschrauber kann man die Insel in einem Kreisverkehr auch schmücken...!

 

Wir näherten uns so langsam Südungarn und beschlossen, eine Nacht auf einem Campingplatz mit einer Therme zu verbringen. 

Leider wollte der Nilsson hier mehr Zeit verbringen, den wenige Kilometer vorher wurde die vermaledeite Felge hinten links wieder inkontinent...! Uns traf fast der Schlag, als wir die kleine Ölpfütze in der Felge entdeckten!

 

Also, die Pläne wurden geändert! Der in Dänemark erstandene Topf musste montiert werden. 

So, erledigt!

 

Der Zufall führte uns auf diesen Platz!

Ein Glückstreffer, wir haben jetzt bereits vier Mal den Abreisetermin verschoben. Die für heute Abend angekündigte Grillparty lassen wir uns natürlich nicht entgehen, nun starten wir eben am Donnerstag!

 

In der Therme liegen wir in etwas mucheligem Wasser bei den unterschiedlichsten Temperaturen. Herrlich entspannend!

Wir haben eine tolle Zeit mit Petra und Wolfgang, die uns Laien als erfahrene Ungarn - Reisende unter ihre Fittiche genommen haben!

Wir gehen mittags in einem einheimischen Lokal essen (Suppe, Menü, inklusive Wein), schnabulieren anschließend in einem Cafe` leckeren Kuchen mit Milchkaffee und bezahlen für zwei Personen komplett 10,00 €!

 

Ich kann meine Vorbereitungen auf die Sportfischerprüfung inzwischen fast beenden, die Angelausrüstung ist auf Vordermann gebracht und meine Lieblings - Karate - Kata ,,Bassei Dai'' sitzt immer besser!

Uns geht es hier richtig gut!

 

Die Freundlichkeit der Ungarn und der Ukrainer (ebenfalls bei einem Womo - Treffen auf diesem Platz) ist beeindruckend! Kein Vergleich mit Marokko!

 

So, wir werden jetzt erstmal frühstücken (11.41 Uhr), gegen 13.°° Uhr wollen wir original ungarischen Palatschinken futtern und am Abend auf die Grillparty.

 

Wenn am morgigen Donnerstag eine Stunde nach Abfahrt eine trockene Felge nicht glänzt, stimmt aber auch alles...!

Weitere Bilder dieses schönen Landes, die Angela bei den Ausflügen knipste, folgen später...! 

 

11.10.2018

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Petra und Wolfgang starteten wir wohlgemut bei sommerlichen Temperaturen in Richtung Süden, der rumänischen Grenze entgegen.

 

Eine Überprüfung der Felge, etwa 20 Kilometer später, ließ die Laune in den Keller sinken. 

Das Rad muss erneut ab, der Dichtring wird jetzt mit 500 kg Dichtmittel eingesetzt!

 

Ok, mit gelegentlicher Reinigung der Felge erreichten wir den kleinen Grenzposten. Das Prozedere zog sich eine Stunde hin, da unser Nilsson als Fahrzeugtyp unbekannt war. Die Mautüberwachung hat uns als ,,Lkw'' an die Kontrollstellen gemeldet. Nun durften wir erst den netten Beamten vor Ort den Innenraum zeigen, dann per smartphone irgendeinen Chef der Überwachung überzeugen. Anscheinend kennt dort niemand die eigenen Richtlininien. Nun gut, nach einer Fotosession durften wir zur rumänischen Seite weiterschleichen.

 

Hier wurden wir sofort als ,,Lkw'' in die entsprechende Spur gelotst. Jeglicher Einwand war umsonst.

Nun begann die Abzocke, auf der Waage wog unser Nilsson plötzlich 1,8 Tonnen mehr als auf der geeichten Waage in Neumünster. Somit waren wir mit 350 kg als Lastkraftwagen überladen. Dieses kostete uns als Schmiergeld den kompletten Rest an Euro in der Brieftasche, zum Glück ,nur' 40,00€!

Dann wurde per VISA eine Vignettengebühr von 28,00€ verlangt. 

 

Holla die Waldfee! Nun zeigten wir die Rumänienbroschüre mit den gestaffelten Gebühren vor.

Wir gelten als Womo, unser Gesamtgewicht ist null und nichtig!

 

Angela wurde energischer und plötzlich wurde der Nilsson als ,mobilhome' erkannt und eingestuft!

Mit 3,00€ für die 7 - Tage - Vignette konnten wir endlich weiter. Die 40,00 € gab es nicht retour!

 

Nun stehen wir am Rande der Karpaten und bleiben zwei Nächte auf einem teuren Campingplatz. Morgen fährt ein Mitarbeiter mit Angela in die kleine Stadt, um endlich Geld zu ziehen.

 

Ich werde meinem Hobby nachgehen und das Hinterrad abbauen...!

 

13.10.2018

Heute sind wir mitten in den Karpaten gelandet! 

Meine Reparatur der Ölundichtigkeit scheint zu halten. Dafür besitze ich kein Dichtmittel mehr und die Ölfüllung wurde minimiert. 

Das Planetengetriebe scheint aber cool zu bleiben...!

 

Bisher sind wir von Rumänien begeistert. So dichte und bunte Wälder haben wir noch nie gesehen!

 

Die Armut und protzig zur Schau gestellter Reichtum liegen oft nur eine Straßenseite auseinander. Die Bilder werden nachgereicht, unseren Erzählungen glaubt sonst sowieso niemand!

 

Wir fahren häufig Nebenstraßen und erhalten Eindrücke, die wir bisher nur aus alten Filmen Anfang des letzten Jahrhunderts kennen.

 

Wir campen aktuell sehr ländlich nördlich von Petrosani!

Eigentlich sollte man im Westen den 2509 hohen Peleaga sehen, wir erblicken nur Weiden, rot gefärbte Wälder,Hügelketten, alte Gehöfte, Kühe und Pferde.