05.06.2019

Der gestrige Tag ähnelte seinem Vorgänger!

Regenschauer und der weiterhin zu kühle Wind nervten!

 

So verpackten wir unser tarp sehr nass und starteten über den nächsten Supermarkt zur Fähre. Der letzte Tag in Griechenland lief ab!

 

Leider nicht so wie gehofft! Wenige Kilometer vor der Fähre knallte an einer leichten Steigung bei etwa 40km/h der hintere linke Reifen und wir fuhren einige Meter auf der Felge.

 

Die sofortige Prüfung war ernüchternd! Reifen und Felge inklusive Bremstrommel waren nicht einmal handwarm, die innere Reifenflanke dagegen über 50% gerissen und zerstört. 

Nun ja, eigentlich sollte der Michelin wenigstens ein Jahr überleben!

 

Die Bildergeschichte zeigt einen kompletten Reifenwechsel am 110 - 16! Gewicht vom kompletten Rad etwa 150 kg.

 

Außerdem benötige ich so langsam Haarersatz oder eine Dauerwelle! Oder der Photoshop muss herhalten!

Die Fähre erreichten wir ohne Probleme, die Geschichte vom ,,Camping on bord'' folgt! 

 

12.06.2019

Wir konnten uns vor der Ankunft der Fähre entspannen und Angela verewigte die letzten Blütenträume in Griechenland! 

Die ruhigen Stunden im Fährterminal genossen wir intensiv, denn der Stress beim Beladen war uns nicht unbekannt!

Die von uns gewählte Option ,,Camping on board'' entpuppte sich als Reinfall!

Klar, wir konnten in unserem Nilsson nächtigen, hatten überall an Bord Zugang und auch separate Duschen, aber die Stellfläche war ein schlechter Witz!

Wir konnten mit Mühe und Not unsere Treppe anstellen und blockierten somit den Durchgang.

Die Lkw standen mit ihren Kühlcontainern wenige Meter entfernt und lärmten die ganze Nacht...!

 

Um 0.10 Uhr am 05.06 legte unsere größere Fähre ab, wir krochen nach einem Cocktail in die Betten und schliefen den Schlaf der erschöpften Traveller.

 

Am nächsten Morgen zog es Angela auf Fotopirsch!

Am späten Nachmittag des 05.06 erreichten wir bei unwirklich hohen Temperaturen Ancona, hier herrschte Hochsommer.

 

Die Berufskraftfahrer lenkten gelassen ihre 40 Tonner rückwärts die Rampen hinunter, die Reisemobilisten standen mit schreckgeweiteten Augen dabei und harrten der Dinge, die glücklicherweise nicht eintraten.

Die Einweiser ließen die Gespanne und Reisemobile unter Deck wenden...!

 

Unsere weitere Etappe zeigte uns ganz deutlich, dass dieser Küstenabschnitt nicht unser Ding ist.

Endlose Häuserzeilen mit chaotischem Verkehr, eine Bahnlinie parallel vor dem Strand und Bollwerken vor der Küste.

Wir vermissen jetzt schon unser paradiesisches Griechenland!

 

Jede Menge Fahrverbote für Fahrzeuge mit Euro 1 und 2 stressten zusätzlich!

Puh, da haben wir mit unserem Euro 0 aber Glück gehabt!

Nach etwa 30 Kilometern waren wir soweit, dass wir einen Stellplatz für die Nacht aufsuchten.

Glücklicherweise bogen wir ab Ravenna ins Landesinnere ab und fuhren endlich auf kleinsten Straßen am ,,Po'' entlang. Eine wunderschöne Landschaft begleitete uns, die als Krönung in einem Dorf einen verlassenen Stellplatz und eine hervorragende Pizzeria bot.

Unser Navi bekam den Auftrag, über die Schweiz einen Weg nach Elz zu finden.

Diese einfache Aufgabe wurde zum Desaster!

 

Wir wurden quer durch den Mailänder Feierabendverkehr gelotst und anschließend an den Comer See.

Mailand verließen wir ohne Tote und Verletzte, die Herzinfarkte erschrockener Bewohner zählen wir hier nicht mit!

 

In Como pendelten wir zwischen einer Umweltzone und einer zu niedrigen Brücke. Nach etwa 1,5 Stunden setzten wir uns über alle Ver - und Gebote hinweg, wählten die Flucht in Richtung Autobahn und fuhren an der Zollstation noch einige Kreise, um die Schwerlastabgabe am richtigen Gebäude zahlen zu können.

Ziemlich genervt erreichten wir die Autobahn und düsten bis kurz vor Basel. 

Ach ja, wir glauben, den Rainer Al. mit seinem Anhänger und Motorrad auf der Gegenfahrbahn Richtung Sardinien gesehen zu haben!

 

Auf einigen Rastplätzen sollten wir 15,00 € nur für das Parken zahlen! Die spinnen, die Schweizer!

 

Aber ihr Land ist wirklich wunderschön!

Ein weiterer Fahrtag endete in Schwetzingen.

Der Stellplatz bot alle Einkaufsmöglichkeiten und einen Einblick in die deutsche Kultur.

 

Es wurde nicht mehr gegrüßt, die Blicke der Nachbarn schweiften in weite Fernen und kurz nach deren Ankunft verwandelten sich die Reisemobile in Festungen mit Satschüssel!

Wir waren wohl zu lange bei den offenen und freundlichen Griechen zu Gast gewesen!

 

In Schwetzingen wollten wir den Schlosspark besichtigen.

 

Also trotteten wir nach dem Studium des Stadtplanes los, nur um eine halbe Stunde später vor einem gesicherten Tor zu stehen. 

Zwei einheimische Besucher zückten eine Jahreskarte, scannten diese ein und verschwanden ohne ein Wort hinter dem Drehkreuz. Herzlichen Dank!

Es gab keinerlei Hinweise auf einen weiteren Eingang und der Weg zog sich endlos.

Grummelig marschierten wir zurück zum Nilsson und werden Schwetzingen in keiner guten Erinnerung behalten!

 

Ein ,,Hallo'' an die überragenden Stadtplaner: nehmt euch ein Beispiel an vielen kleinen Dörfern, die sogar den Weg zum nächsten Klo beschildern! Oder habt ihr den Kampf um Touristen gegen das 14 Kilometer entfernte Heidelberg aufgegeben?

 

Nur das Federvieh blickte uns freundlich an...!

Wir flüchteten in das winzige Dörfchen Holzappel und fanden nette Leute, einen herrlichen Stellplatz und, und, und...!

 

13.06.2019

Dieses kleine Dörfchen in der Nähe unseres Zieles, dem Städtchen Elz, überraschte mit wunderschöner Umgebung und sehr netten Stellplatznachbarn.

Hier blieben wir gleich zwei Nächte, besuchten nach einem freundlichen Hinweis das Restaurant ,,Zum Smut'' und wurden nicht enttäuscht! Angelas Rumpsteak reichte uns für zwei Tage!

 

Nach der Rückkehr zum Nilsson verbrachten wir den restlichen Abend mit Phillip und Annika, deren Söhne vorher unser Gefährt besichtigt hatten.

Gegen 2.°° Uhr in der Frühe war der griechische Schnaps Tziperou vernichtet, außerdem setzte Dauerregen ein.

Wir haben sehr vielfältige Gespräche geführt und wünschen der Familie für die Zukunft ,,Alles Gute''!

 

Nach einem verregneten Ruhetag starteten wir am vergangenen Mittwoch zu unserem vereinbarten Werkstatttermin.

 

Natürlich goss es in Strömen, ich arbeitete am Reserverad unter freiem Himmel und nach wenigen Minuten lief mir das Wasser aus den Sicherheitsschuhen. Der Mechaniker zog dann in der zu niedrigen Halle die neue (gebrauchte) Decke auf die glücklicherweise unbeschädigte Sprengringfelge.

 

Der neue Reifen landete wieder auf der Hinterradachse, unser altes Reserverad am Kran!

 

720,00 € später brachen wir in Richtung Norden auf.

 

Unterwegs überflog uns eine Staffel von sechs alten Propellermaschinen, die Angela während der Fahrt teilweise verewigen konnte...!

Ach ja, unsere Abfahrt in Holzappel! Einige Zeitgenossen reisen noch extremer!

Am frühen Abend sollte es dann ein Stellplatz mit Stromanschluss in idyllischer Umgebung sein.

Ok, bei Korbach wurden wir fündig, die ,,Hobbywiese'' überzeugte in jeder Beziehung.

 

Endlich gab es die Möglichkeit, für wenig Geld im Internet zu arbeiten. In Holzappel gab es leider keinen Empfang, wir reisen nun mal im Technologiestandort Deutschland!

 

Der blog befindet sich nun aktuell auf der Höhe, fast alle nötigen Bestellungen konnten abgearbeitet werden.

 

Unser Nilsson fühlt sich in der kleinen Herde weißer Artgenossen mit dem Stempel 2x2 nicht unwohl und so bleiben wir zwei Nächte. 

Am morgigen Freitag starten wir erneut gen Norden, aber die Familie muss sich noch etwas gedulden. 

Wir haben einfach keinen Bock auf feste Unterkünfte...!